Filterbubble am Vormarsch

Copyright - Steve Jurvetson

[vc_row][vc_column][vc_column_text]

„Filterblase“, „Echokammer“, „Informationsblase“ – Synonyme eines Phänomens, das zwar entlang der Zeitachse des Internets ein relativ junges ist, aber längst im alltäglichen Sprachgebrauch eines jeden Internet-Users Verwendung findet. Der einfache Grund: Wir konsumieren täglich an unser Medienverhalten maßgeschneiderte Daten. Statistische Programme und Algorithmen sorgen längst dafür, dass wir zu lesen oder zu sehen bekommen, was uns gefällt oder unserer Meinung entspricht. Spätestens seit der US-Wahl 2016 wurde allen klar, was es bedeutete, in seiner persönlichen „Filterblase“ gefangen zu sein.

[/vc_column_text][vc_tta_tabs style=“flat“ alignment=“center“ active_section=“1″][vc_tta_section title=“Der Soziologe“ tab_id=“1484048554582-ae2a9c13-e0775211-dc7c“][vc_text_separator title=“Christian Schuldt“ css=“.vc_custom_1493834404919{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 30px !important;}“][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_single_image image=“1290″ img_size=“full“ alignment=“center“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Der Soziologe Christian Schuldt, geboren 1970, ist seit 2013 als Trend- und Zukunftsforscher beim Zukunftsinstitut tätig. Davor hatte dieser 15 Jahre lang leitende Positionen im digitalen Mediengeschäft, u.a. bei Axel Springer, Hubert Burda und Gruner+Jahr inne. Ein Spezialgebiet von Schuldt ist die Digitale Transformation. Als Autor, Referent und Redakteur beleuchtet er den Kultur- und Medienwandel und die neuen Gesetzmäßigkeiten der digitalisierten Gesellschaft. Als Experte für Systemtheorie ist sein Blick geschult für die kommunikativen Muster, die Menschen und Unternehmen verbinden.

Christian Schuldts Vorträge öffnen die Augen für die digitalisierte Welt, in der wir künftig leben werden. Er versteht sich als Coach, der die Chancen, Risiken und Potenziale dieser neuen Netzwerkgesellschaft vermittelt.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_separator css=“.vc_custom_1484048908713{margin-top: 30px !important;margin-bottom: 30px !important;}“][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text css=“.vc_custom_1493835816213{margin-top: 18px !important;}“]

Was macht die Filterblase und wann hat sie „angefangen“?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]“Filterblasen“ oder „Echokammern“ ermöglichen scheinbar homogene Meinungsbiotope – innerhalb immer heterogener werdender Meinungslandschaften. Das Phänomen hängt eng zusammen mit der Digitalisierung bzw. der massenweiten Nutzung von Social Media: Soziale Medien sorgen einerseits für eine immer größere Meinungsvielfalt, andererseits bieten sie den Anhängern „abweichender“ Meinungen die Möglichkeit, quasi „unter sich“ zu bleiben – nicht zuletzt durch die automatisierte bzw. algorithmisierte Ausspielung von Inhalten auf Social-Media-Plattformen (insbesondere Facebook).[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Welche Risiken/Gefahren birgt dieses Phänomen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text css=“.vc_custom_1484132872807{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“]Die größte Gefahr besteht darin, dass sich Anhänger „abweichender“ Meinungen innerhalb ihrer Filterblasen verkapseln. (Minderheits-)Meinungen können dann als Majoritätsmeinung bzw. als „Normalität“ erlebt werden. Diese Form von Wirklichkeitskonstruktion verhindert den Kontakt zwischen divergierenden Meinungen bzw. verstärkt Polarisierungseffekte – ein Risiko für das Funktionieren einer demokratischen Öffentlichkeit, die nicht zuletzt auf dem permanentem Aushandeln von Themen, auf Dialogen zwischen Anhängern unterschiedlicher Meinungen basiert.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Werden wir aus der Filterblase je wieder herauskommen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text css=“.vc_custom_1484132900039{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“]Nein und ja: Menschen, die es sich in Filterblasen bequem machen wollen, können werden dies auch künftig in sozialen Medien problemlos tun können. Zugleich wird aber das Bewusstsein wachsen, dass eine Gesellschaft (und eine Demokratie) nur dann eine Perspektive haben kann, wenn Menschen sich nicht in Parallelwelten flüchten. Das wird nicht nur eine „intellektuelle“ Aufklärung (bspw. über das Bildungssystem) erfordern, sondern auch ganz handfeste politische Maßnahmen, die den Nährboden, auf dem Filterblasen gedeihen, entsprechend verhindern. Hier werden Themen wie gesellschaftliche Teilhabe, soziale Gerechtigkeit oder Selbstwirksamkeit eine Rolle spielen. Letztlich geht es auch um eine neue, zeitgemäßere und „achtsamere“ Aufstellung des politischen Systems bzw. der Demokratie in digitalisierten Zeiten.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_tta_section][vc_tta_section title=“Der Kommunikationswirt“ tab_id=“1484048554670-c433ff50-64de5211-dc7c“][vc_text_separator title=“Florian Kondert“ css=“.vc_custom_1493834417760{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 30px !important;}“][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_single_image image=“1368″ img_size=“full“ alignment=“center“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Florian Kondert ist Dipl.-Kommunikationswirt und Wissensmanager und befasst sich interdisziplinär mit dem Zusammenwirken von Menschen, Organisationen, Kulturen und Technologie. Er berichtet gleichermaßen mit Blogs live aus dem Silicon Valley, wie mit dem Verfassen philosophisch-prosaischer Fachbücher sowie auf der Bühne als Moderator und Vortragender. Kondert initiiert und dirigiert Technologie-basierte Anwendungen, welche das Alltagsleben in der Zukunft erleichtern sollen und sieht sich als Mittler zwischen Unsicherheit und Hoffnung in einer digitalen Zukunft.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_separator css=“.vc_custom_1484054278516{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054359801{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Was macht die Filterblase und wann hat sie „angefangen“?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Die Filterblase hat für mich zwei Seiten.

1) Zum einen ist es ein riesiger Hysteriebegriff, mit dem wir a) uns die Fähigkeit absprechen, kritisch und reflektiert mit Information umzugehen und b) das Potenzial und Wesen des Phänomens Internet verkennen.

Zu a) das Bewusstsein mit Filterblasen konfrontiert zu sein, ist an sich eine erstaunliche und wichtige Leistung. Es erlaubt uns, die Blasen platzen zu lassen und immer wieder aus ihr herauszutreten, kritischer mit Information umzugehen. Wenn wir das nicht tun, ist es unsere eigene Entscheidung.

Zu b) Das Internet als Trägermedium der Blasen und der innewohnenden Inhalte macht die Entwicklung zwar erst möglich, erlaubt uns aber doch nach wie vor und immer mehr, kritisch zu sein und ein riesiges Ausmaß an Quellen zu befragen, sofern wir uns die Mühe machen wollen, kritisch zu sein.

2) Zum anderen ist der Begriff der Filterblase und die Diskussion darüber ein Zeichen, dass Gesellschaft sich überfordert fühlt. Wenn wir die Blasen schon sehen oder zumindest ahnen – und nicht aussteigen können, dann ist das ein Zeichnen von Defizit. Dieses Defizit hat vermutlich zu tun mit Geschwindigkeit und Ausmaß, das wir verspüren, wenn es um Information geht. Information und der Austausch über den Gehalt derselben ist ein evolutionäres Element, welches Kultur prägt und wandelt. Diese Betrachtungsweise lässt den Blick auf die Tatsache wandern, dass wir heute in einer kulturellen Phase sind, die versucht, sich von der modernen Gesellschaft (=Buchdruck) zur nächsten Gesellschaft (=Computer) zu wandeln und mit den Komplexitäten entstehend durch die n-n-Beziehungen einen Umgang zu finden, die dieser neuen Form innewohnen.

Angefangen hat die Blasenbildung mit der Zeit, zu welcher wir begonnen haben, zu kommunizieren. Mensch kann gar nicht anders als zu filtern, denn in anderen Worten ist die Filterblase nicht mehr als eine Matrix, welche uns erlaubt, mit Überschuss umzugehen. In der Vergangenheit war es ganz normal, gemäß seiner religiösen, politischen oder soziokulturellen Prägung Filter anzuwenden, niemand hat sich dazu Sorgen gemacht. Erst die Tatsache, dass es eine großteils Fremdbestimmte Entwicklung ist, macht uns Sorgen. Neu ist also die Tatsache, das via Außenwirkung (zb. Algorithmen) Blasen entstehen. Davor geschah dies über die Zugriffsmöglichkeit zu Information bedingt durch gesellschaftlichem Status, Machthaber, die Fähigkeit zu lesen, und und und. An sich also nichts neues, nur deutlich spürbarer.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054359801{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Welche Risiken/Gefahren birgt dieses Phänomen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Die größte Gefahr liegt in der Übergangsphase von Gesellschaftsform a zu Form b. Denn hier werden die Logiken manifestiert, welche den Umgang und die eigene Position mit dem Überschuss und der Komplexität definieren. Kurz gesagt: Wir können uns zurück lehnen und uns „ergeben“ oder aber ein neues kritisches Bewusstsein einüben, welches die Blasen zwar nicht alle platzen lässt, aber wir eine neue Ebene der Sensibilität für Information erreichen. Ein schönes Beispiel, wie es nicht funktioniert hat, ist in der Story / Moral von „Die Zeitmaschine“ wieder zu finden.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054359801{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Werden wir aus der Filterblase je wieder herauskommen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Das liegt an uns als Gesellschaft, an politischem Einfluss, streng mit der Umgang solcher Algorithmen zu sein und der Fähigkeit, einen ernsthaften, andauernden Diskurs über der Thema zu führen – von der Primärbildung bis hin in die Öffentlichkeit.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_text_separator title=“Erfahrungswerte zählen“ el_width=“50″ css=“.vc_custom_1484054441501{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 30px !important;}“][/vc_tta_section][vc_tta_section title=“Der IT-Student“ tab_id=“1484053563735-b0330f23-d33b5211-dc7c“][vc_text_separator title=“Jakob“ css=“.vc_custom_1493834430507{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 30px !important;}“][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/3″][vc_single_image image=“1372″ img_size=“full“ alignment=“center“][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Bereits als Schüler entwickelte Jakob Englisch eine besondere Hingabe für das Reparieren von gebrauchten Computern. Heute entwickelt der 24-Jährige Softwares für mittlere bis größere Märkte. Bei Catalysts machte er sein Hobby zum Beruf und berichtet mit Begeisterung von seinem Metier, der Teilnahme am Catalysts Coding Contest, der Bedeutung von Algorithmen und Datenanalyse. Neben seinem Job als Softwareentwickler studiert Jakob Software Engineering an der TU Wien und steht kurz vor seinem Masterabschluss.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_separator css=“.vc_custom_1484054692706{margin-top: 18px !important;margin-right: 18px !important;}“][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054774365{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Was macht die Filterblase und wann hat sie „angefangen“?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Der Begriff Filterblase ist relativ einfach definiert. Grundsätzlich wird von sozialen Netzwerken und anderen Seiten im Netz eher das vorgeschlagen was einen interessiert. Das macht bei 90 % der Fälle auch Sinn. Wenn du bei Amazon zum Beispiel irgendwelche Handwerksgeräte suchst und dann einen Hammer oder ähnliches angeboten bekommst, ist die Chance relativ groß, dass du dir das besorgst.

Ähnlich ist es in der Politik. Als „Grünen“ interessieren dich die Posts der „Grünen“ oder umgekehrt, als „Rechten“ die der „Rechten“. Dich interessiert das, was in deinem Umfeld oder in deiner Partei passiert. In diesem Fall ist man mehr oder weniger schon in einer Filterblase drinnen, weil man sich selbst für eine gewisse Richtung entschieden hat. Die ganzen Internetmedien versuchen natürlich, das zu präsentieren, wo du eher draufklickst oder was dich eher interessiert. Das bringt Facebook selbst auch mehrere Nutzer. Bei Google ist das normalerweise nicht so, weil du keine Relationen zu anderen Personen hast. Was Google jedoch schon macht ist, dass es trotzdem eher eine Richtung vorschlägt, nach der du zuletzt gesucht hast. Wenn man einen Begriff eingibt, der mehrere Bedeutungen haben kann, krieg ich normalerweise Seiten aus der IT geliefert, weil ich öfters nach IT-spezifischen Problemstellungen suche.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054774365{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Welche Risiken/Gefahren birgt dieses Phänomen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Wenn man für irgendetwas kein Interesse hat, wird man damit relativ wenig konfrontiert. Das Problem ist, in eine Richtung bestätigt zu werden oder nur in einer Richtung zu denken, ohne die Dinge kritisch zu hinterfragen. In der Hinsicht müsste man sich selbstkritisch hinterfragen und andere Informationen suchen. Es ist bei Facebook auch relativ einfach möglich. Zum Beispiel indem man kontroverse Parteien „liked“. Dann würdest du mehr oder weniger aus dieser Filterblase herauskommen. Das machen aber viele nicht, teilweise weil es auch von den Freunden schlecht angenommen wird. Es gibt da einen gewissen Gruppenzwang.

Facebook als Informationsquelle herzunehmen ist grundsätzlich eine schlechte Idee in der Hinsicht, weil man nur das sieht, was seine Freunde posten.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner css=“.vc_custom_1484054774365{margin-top: 18px !important;margin-bottom: 18px !important;}“][vc_column_inner width=“1/3″][vc_column_text]

Werden wir aus der Filterblase je wieder herauskommen?

[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“2/3″][vc_column_text]Da sowohl die Benutzer, als auch die Betreiber, die Algorithmen implementieren, einen großen Nutzen daraus ziehen, werden wir direkt aus der Filterblase so nicht herauskommen.

Da Facebook hauptsächlich werbefinanziert ist, hat es ein relativ hohes Interesse, dir Sachen zu zeigen, die stark an deine Interessen zugeschnitten sind, sonst machst du Facebook nicht mehr auf. So kriegst du alle möglichen gesponserten Beiträge oder rechts und links Werbebanner eingeblendet.

Ich glaube auch, dass die Bestätigung für viele Menschen gut ist, dass sie sich in der Filterblase wohl fühlen und aus dieser gar nicht herauswollen, was das Ganze vermutlich zusehends zu einem Problem machen wird. Gerade in der Politik würde es Sinn machen, mehrere Seiten zu schildern. Allerdings ist es auch verdammt einfach, nicht mit Themen konfrontiert zu werden, die einen selbst aufregen oder aber sich mit Themen zu konfrontieren, die einen aufregen sollen – je nachdem was man gerade möchte.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_tta_section][/vc_tta_tabs][/vc_column][/vc_row]